Wie das Golfspiel Alice Cooper rettete

Rockstar Alice Cooper: Birdie statt Buddel

Er hat Millionen Schallplatten verkauft, Nummer-Eins-Hits gefeiert, er war Alkoholiker und Insasse einer Nervenheilanstalt, er hat Elvis Presley, John Lennon, Jim Morrison und Janis Joplin gekannt und vor allem überlebt. Heute ist Schock-Rocker Alice Cooper (68) vor allem eins: ein formidabler Golfspieler.

Bereits Anfang der Siebziger feierte Alice Cooper, der bürgerlich Vincent Furnier heißt, seine ersten Hits: Die LPs „Love it to Death“ und „Killer“ hatten sich schon in sehr ordentlichen Stückzahlen verkauft, bevor 1972 das Album „School’s Out“ und die gleichnamige Singleauskopplung weltweit durch die Decke gehen. Mit „Billion Dollar Babies“ (1973), das mit „Elected“ und „No More Mr. Nice Guy“ zwei weitere Klassiker enthält, ist Alice Cooper auf dem Gipfel seines Ruhmes angekommen. Bei seinen Live-Shows, die den Begriff Schock-Rock prägen, vergießt Cooper literweise Kunstblut, legt sich eine lebende Boa Constrictor um den Hals, lässt sich in eine Zwangsjacke stecken und am Ende des Auftritts enthaupten oder erhängen. Simuliert natürlich. Trotzdem laufen Sittenwächter auf der ganzen Welt Sturm gegen diese „Verrohung der Jugend“, auch in Deutschland. Eine bessere PR konnte sich Cooper nicht wünschen …

Golf als Lebensretter

Hinter den Kulissen aber hat sich Alice Cooper zum „am besten funktionierenden Alkoholiker des Planeten“ entwickelt. Flaschen von Whiskey am Tag. Dann lernte er auch noch Kokain kennen und schätzen. Cooper ließ sich in eine Nervenheilanstalt in der Nähe von New York einweisen und landete in einem Trakt mit Drogensüchtigen, Kriminellen und Geistesgestörten. Seine echte Heilung jedoch begann Anfang der Achtziger, als er sich dem Golf widmete. Statt des Zwölf-Schrittes-Programm setzte Cooper auf die Achtzehn-Loch-Therapie: Er zwang sich, jeden Morgen um sieben Uhr aufzustehen und eine Runde auf dem Platz zu drehen. Heute versucht er, pro Tag 36 Löcher zu spielen und ist bei einem mehr als respektablen Handicap von 3 angekommen. Er spielt zusammen mit Tiger Woods oder Vijay Singh und macht Werbung für eine Schlägermarke.

Besonders die Vielseitigkeit (oder Unberechenbarkeit?) des Sports hat es Cooper angetan: „Jeder Schlag ist anders, der Ball landet immer unterschiedlich. Ich könnte tausendmal auf meinem Lieblingsplatz spielen, niemals würden mir zwei gleiche Schläge gelingen.“ 2007 erscheint seine Autobiographie „Golf Monster: Mein Leben zwischen Golf und Rock’n‘Roll“. Ausführlich beschreibt Cooper, wie er den Alkoholismus gegen die Golfsucht eintauschte. Zudem gibt er nützliche Golftipps – wo der Ellbogen beim Chippen am besten anliegt oder mit welchem Gallaway-Driver man ein paar Meter mehr rausholt.

Fachsimpeln mit Präsidenten

Cooper ist übrigens nicht der einzige Rocker auf dem Fairway: „Drei von fünf Typen in jeder Band spielen Golf. Die Jungs aus Bon Jovi, AC/DC und Mötley Crüe spielen Golf. Das ist total gegen den Strich, aber wir haben das Golfen gestohlen!“ Im berühmten New Yorker Friars Club unterhielt sich Cooper einmal mit US-Komödiantenlegende Bob Hope und den US-Präsidenten Gerald Ford und George Bush. Hope hatte darüber geklagt, dass er den Ball immer nach rechts ziehe: „Da stehe ich und spreche mit zwei Präsidenten und Bob Hope darüber, wie man einen Ball gerade schlägt. In dem Moment wurde mir klar, dass Golf wirklich alle Schranken durchbricht.“

Author: Golfer

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